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Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl weitet Strahlentherapie für Krebspatienten aus

Drittes Großgerät bietet weitere technische Möglichkeiten und schnelleren Zugang zur Behandlung

Priv.- Doz. Dr. Carsten Schwänen (l.), Leiter des Onkologischen Zentrums Ortenau und Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, und Professor Dr. Felix Momm, Chefarzt der Radio-Onkologie am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, mit dem neuen Linearbeschleuniger am Standort St. Josefsklinik in Offenburg. © Ortenau Klinikum

Offenburg, 25. April 2019 - Das Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl hat kürzlich einen dritten sogenannten Linearbeschleuniger am Offenburger Standort St. Josefsklinik in Betrieb genommen und kann damit die strahlentherapeutische Behandlung von Krebspatienten weiter verbessern. Voraussetzung für die Inbetriebnahme war die Fertigstellung des vor zweieinhalb Jahren begonnenen Erweiterungsbaues der Abteilung Radio-Onkologie.

„Mit dem neuen Behandlungsgerät verfügen wir in der Ortenau über den neuesten Stand der Technik für Hochpräzisionsstrahlentherapie und Radiochirurgie und gleichzeitig über genug Kapazität für die zügige Behandlung der Patienten, die eine Strahlentherapie benötigen“, betont Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. Die für dieses Projekt sehr kurze Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit sei ein positives Beispiel für geradliniges und unkompliziertes Bauen in öffentlicher Hand. „Dies ist ein Verdienst aller Beteiligten“, erklärt Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger.

In der seit 2012 an der Betriebsstelle St. Josefsklinik angesiedelten Radio-Onkologie werden Krebspatienten mit Ionisierenden Strahlen, das heißt Gammastrahlen, Photonenstrahlen oder im Grunde Röntgenstrahlen behandelt. Diese werden am Ortenau Klinikum in Offenburg in einer Hochpräzisionsstrahlentherapie genau dosiert und exakt an die erkrankte Stelle im Patienten gebracht.

Ein neueres Verfahren ist hier beispielsweise die Stereotaktische Strahlentherapie (STX). Sie ermöglicht das auf Millimeter genaue Einbringen einer sehr hohen Strahlendosis in den Tumor, so dass dieser sehr effektiv abgetötet und das umliegende Gewebe maximal geschont werden kann. Ein weiteres Verfahren ist das atemgetriggerte Gating, bei dem Tumore, die sich während der Bestrahlung durch die Atmung des Patienten bewegen, trotzdem präzise bestrahlt und gesundes Gewebe maximal geschont werden kann. Mit den zwei bisherigen Großgeräten hat die Fachklinik im vergangenen Jahr rund 1.700 Patienten behandelt. Die Strahlentherapie ist damit ein wichtiger Baustein des Onkologischen Zentrums Ortenau, in dem unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Carsten Schwänen zahlreiche Fachkliniken die Behandlung von Krebspatienten in der Ortenau interdisziplinär koordinieren.

„In einer Zeit dynamischer Weiterentwicklungen in der Strahlentherapie bietet das neue Gerät höchste Präzision und auch nochmals verbesserte technische Möglichkeiten für die Behandlung unserer Patienten“, erläutert Chefarzt Professor Dr. Felix Momm. Das neue Gerät verfüge über einen hochpräzisen, in allen drei Raumrichtungen linear verschiebbaren und in allen drei Rotationsachsen drehbaren Tisch zur Patientenlagerung. Außerdem könne es sehr viel schneller sehr viel mehr Strahlendosis abgeben als die bisherigen Geräte, was eine stereotaktische Bestrahlung beispielsweise auch für Patienten erlaubt, die nicht lange ruhig liegen können.

Um Patienten und Mitarbeiter vor einer ungewollten Strahlung zu schützen, werden an Gebäude von Strahlentherapien besondere Anforderungen gestellt, die einen erheblichen Bauaufwand verursachen. Da der neue Bestrahlungsraum in der Radio-Onkologie in Offenburg den direkten Zugang zum Bestrahlungsgerät erlaubt, war beispielsweise eine besonders dicke Tür notwendig. Das Strahlenschutztor durchmisst 1,18 Meter, wiegt rund 24 Tonnen und wird auf Eisenbahnschienen bewegt. An anderen Stellen ist die Stahlbeton-Wand des Bestrahlungsraumes bis zu zweieinhalb Meter dick.

In das neue Gebäude und das neue Großgerät hat das Ortenau Klinikum rund fünf Millionen Euro investiert. Davon entfallen rund drei Millionen auf das Gebäude und zwei Millionen auf das Bestrahlungsgerät (mit Steuerungseinheiten, Software etc.).